Geschichte des FBGG

D. S. Warner

Es begann in den USA: Ein amerikanischer Redakteur der kleinen, überkonfessionellen christlichen Zeitschrift »Gospel Trumpet« spricht in einer Kirche in Beaver Dam, USA und sagt, er wolle sich aus menschlichen Denominationen lösen. Sein Ziel: Einfach Christ sein – in der Gemeinde, die Jesus gegründet hat. Der Gemeinde, zu der alle gehören, die an Jesus Christus als ihren Erretter glauben.

Punkt. Keine Gesetze über das »Wie« oder Bestimmungen, welche Tradition laut Gemeindestatut dazugehört. Kein Kleinkrieg mehr über Satzungen, Kleidungsvorschriften oder menschliche Bedingungen. Menschen schließen sich Daniel S. Warner an. Sie verbreiten den Gedanken, der der zunehmenden Zersplitterung christlicher Kirchen in zig Denominationen und Glaubensgrundsätzen entgegenwirken soll. Fast ohne Pause wird auf Pferdekarren und zu Fuß gereist, gepredigt, geworben.

Etliche Männer und Frauen unterstützen ihn. Versammlungsplätze entstehen. Man gibt sich den in der Bibel verwendeten Namen »Gemeinde Gottes«. Der Name, der heute etwas nach sektiererischer Gruppierung klingt, die ein »allein selig machender«, exklusiver Club ist, sollte das glattes Gegenteil sein: Jesus macht uns zu einer Einheit. Sonst nichts. Noch heute gibt es daher keine formelle, aktenkundige Mitgliedschaft in Ortsgemeinden unseres Bundes. Auch wenn die Zusammenarbeit in jeder Gemeinde und im Bund natürlich von Menschen gemachte Strukturen benötigt (die in einem demokratischen Staat mit klaren Gesetzesvorgaben auch unabdingbar sind), soll sich doch die Zugehörigkeit und Verbindlichkeit des Einzelnen an der Beziehung zu Jesus Christus orientieren und sichtbar sein.

Ein zweites Anliegen kennzeichnete unsere Geschichte: In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren viele Christen in Kirchen und Gemeinschaften von einer Erweckung berührt und bewegt, der sogenannten Heiligungsbewegung. Mittendrin: unsere »geistlichen und gemeindlichen Vorväter«, also die Menschen, deren Glaube und Gemeindebild unserem kirchlichen Gemeindebund den Stempel aufdrückte. Es ging um die konsequente, entschiedene Nachfolge von Jesus jedes einzelnen Gläubigen. Jeder sollte möglichst so leben, wie Jesus selbst es tat: Nicht mehr sündigen (also keine Dinge tun, die gegen Gottes Gebote waren, die ihn verdrängten oder nicht den Aussagen der Bibel zum Lebensstil entsprachen).

Diese »Heiligung« verstand man als ein zweites Gnadenwerk, das in einer einmaligen Erfahrung gesucht wurde (also eine Art von Gott unverdient geschenkte, besondere Erfahrung, die sozusagen »ein für alle Mal« das Christsein perfektionierte). Viele Berichte und Zeugnisse aus jener Zeit zeigen die Ernsthaftigkeit und die große Hingabe der ersten Männer und Frauen dieser Periode. Nur: Menschen bleiben Menschen – und eben menschlich, solange sie auf der Erde leben. Man begriff bald, dass diese angestrebte Perfektion nicht wirklich möglich und realistisch ist. Sie beginnt in dem Moment, in dem man Jesus Christus sein Leben anvertraut und ihm übergibt, geht jedoch lebenslang weiter. Im Laufe der Geschichte hat es daher eine Korrektur im Verständnis der Lehre von der Heiligung gegeben.

Wir verstehen Heiligung heute als eine Tat und ein Geschenk von Jesus Christus, das uns, so wie die Rechtfertigung aus Glauben , die Vergebung der Sünden und das neue Leben, in unserer Wiedergeburt stellvertretend für den einzelnen Gläubigen geschenkt wird. Hier beginnt das sogenannte Werk des Heiligen Geistes, der uns dann in der Heiligung wachsen lässt . Die Heiligung bleibt damit Geschenk und ist zugleich lebenslange Aufgabe.

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